Enstehungsgeschichte

Entstehungsgeschichte

Die Gründung  von Joiners Bench

Ich (Klaus Blumenthal, manchmal auch Klaus Blumental; siehe Mitglieder) spielte seit ca. 1970 in einer Schulband namens Tholl-A-Moshee (siehe Bild unten) in Berlin elektronische Orgel und später auch Rhodes-Piano.

Plakat zum Live-Konzert von Tholl-A-Moshee
Klaus (ich) ca. 1975

Klaus, ca. 1975

Nach dem Abitur 1974 ging der Bassist meiner Band zum Studium nach München und ein neuer Bassist musste her. Auf eine Annonce hin meldete sich schließlich Dieter (später Schmitt-Martin) und spielte eine zeitlang mit unserer Band.

Allerdings hatte er Sehnsucht nach dem Drummer Norbert (später Richard Freiherr v. Seydlitz), mit dem er lange Zeit zusammengespielt hatte. Daher überredete er mich, doch einmal zu einer Session mit in einen Kreuzberger Keller zu kommen (es war ein Keller im 2. Hinterhof des Ritterhofes in der Berliner Ritterstraße 11), wo dieser Drummer mit Gitarrist Michael (Koch) zusammen einen Übungsraum hatte.

Also lud ich mein Rhodes-Piano in das Auto meiner Mutter und fuhr zum Jammen in die Ritterstraße. Dort überredeten Dieter und vor allem Norbert mich, doch mit ihnen und Michael zusammen zu spielen. Nach kurzem Zögern entschloss ich mich, die alte Schulband zu verlassen; sehr zum Leidwesen meiner einstigen Mitspieler (Gitarrist Roger und Drummer Martin).

Wie sich bald herausstellte, spielte auch noch ein zweiter Gitarrist (Wolfgang) mit, der vorwiegend Rhythmus-Gitarre spielte. Und dann gab es noch Karsten „Flöte“, der Querflöte und Saxophon spielte. Und einen Sänger, dessen Name ich nicht mehr weiß, sang dazu.

Bald fand sich ein Name für die „neue“ Band: Joiner's Bench (zu deutsch: Hobelbank). Der Bandname musste englisch sein, da zu dieser Zeit noch englische Texte gesungen wurden. Es folgten einige Auftritte in Berlin, z. T. sogar mit einer Tänzerin.

Joiner's Bench Plakat 1977

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Plakat für ein Konzert mit Joiner’s Bench am 28.5.1977 im Jugendfreizeitheim Oderstraße

Da die Mehrheit der Bandmitglieder das Saxophon der Querflöte vorzog (wegen der sonst zu großen Ähnlichkeit mit Jethro Tull), Karsten aber das Saxophone nicht als Hauptinstrument spielen wollte, wurde er schließlich durch Alfred Wagner ersetzt. Später verließ dann auch Wolfgang die Band.

Die Wahl des Sängers

Nachdem auch der Sänger die Gruppe verlassen hatte, musste ein neuer Sänger her. Da keiner der verbleibenden fünf Mitglieder (Chris war noch nicht dabei) von seiner eigenen Gesangsstimme überzeugt war, wurden nun verschiedene Sänger und Sängerinnen ausprobiert. 

Irgendwie passte aber keiner der Sängerinnen und Sänger so richtig zur Musik, welche die Band spielte. Die Stimmen waren zu weich, zu perfekt oder zu virtuos.

Schließlich beschloss man 1978, deutsch zu singen, da so das Schreiben der Texte auch wesentlich einfacher war. Die Texte wurden hauptsächlich von Norbert und Dieter geschrieben. Und Dieter mit seiner „Röhre" wurde schließlich der Lead-Sänger.

Die Musik wurde meistens im Team entwickelt, wobei häufig einer der Bandmitglieder eine Grundidee lieferte, welche dann von jedem anderen Musiker auf dem eigenen Instrument „angepasst" wurde. Dem Grund-Ideengeber wurde dann meistens das auf den Platten ausgewiesene Urheberrecht zugebilligt.

Gründung von Dr. Koch Ventilator 1978

Nun musste auch ein deutscher Bandname her. Nach langen Diskussionen wurde schließlich der Nachname des Gitarristen mit einem „Dr." versehen und noch ein „Ventilator" dran gehängt, da dann der Silbenfluss so ähnlich elegant wie bei „Van de Graaff Generator" klang. Außerdem liebten alle den amerikanischen Physiker R. J. Van de Graaff und seine Forschungsartikel 😜 :


Forschungs-Artikel von R. J. Van de Graaff 1933

Nachdem ein neues Repertoire eingeübt war, wollte ich im Rahmen meines Studiums 1979 für drei Monate auf dem Forschungsschiff Meteor am FGGE-Experiment teilnehmen. 

Hier seht ihr meine Äquator-Taufurkunde, für die man auf einem Forschungsschiff der Folter ähnliche Methoden über sich ergehen lassen muss. 



Publication of Van De Graaff

Für diese lange Zeit wollte die Gruppe nicht pausieren. Ein Ersatzmann musste her. Dieser war Chris (Chaos), der bereits in mehreren ziemlich bekannten Bands gespielt hatte. Er hatte auch Beziehungen zu verschiedenen Plattenfirmen. 

Während ich auf dem Schiff Radiosonden steigen ließ, klapperten Chris, Michael und Norbert verschiedene Plattenfirmen mit ein paar Demoaufnahmen ab. Die Metronom Musik GmbH griff schließlich zu und bot Dr. Koch Ventilator einen Plattenvertrag an. Die Jungs sagten begeistert zu, zumal jeder sogar einen finanziellen Zuschuss bekam, um sich bessere Instrumente kaufen zu können. Nach meiner Rückkehr vom Forschungsschiff durfte ich auch weiter mitspielen, da sich Chris und ich gut ergänzten. Endlich stand die endgültige Besetzung der Band fest.

Das große Glück von Dr. Koch Ventilator war, dass die Neue Deutsche Welle noch nicht richtig begonnen hatte und wir eine der noch wenigen Bands waren, die auf deutsch sangen. 


Metronom gründete sogar für die anstehenden Plattenaufnahmen von Dr. Koch Ventilator und anderen deutschen Bands, die ebenfalls unter Vertrag genommen wurden, ein neues Label: Reflektor. 1980 fand dann zur Feier der Gründung dieses Labels in der Hamburger Markthalle ein Konzert mit den Gruppen Accept, Extrabreit, Stop, Dr. Seltsam Propaganda und Dr. Koch Ventilator statt. 

Und bald darauf ging es zur Aufnahme der ersten LP (siehe Platten und CD) ins Hansa-Tonstudio. Diese erste LP wurde sogar im Meistersaal aufgenommen. Da stand man dann ganz alleine, nur über Kopfhörer und Mikrophon mit dem Aufnahmestudio verbunden, aber ganz ohne Sichtkontakt, und musste seinen Part einspielen.

Wie es weiterging, seht ihr auf den nächsten Seiten und unter den Menüpunkten Auftritte und Platten und CD.

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